Bunkerlofts

 

Hochbunker

Wohnen auf einem denkmalgeschützten Hochbunker in Köln

 
 
 
 
 
 

Ort: Herthastraße, Köln Zollstock

Auftraggebende: CUBUS Standort- und Projektentwicklung GmbH & Co. KG

Größe: ca. 1000 m²

Anzahl der Wohneinheiten: 6 Wohneinheiten

KG 300 und 400: ca. 1,9 Mio. €

Fertigstellung: 2008

Planungszeitraum: 2004 – 2006

Realisationszeitraum: 2006 – 2008

Beauftragte Leistungsphasen: LP1 – LP7

Mitten im Kölner Stadtteil Zollstock erhebt sich ein außergewöhnliches Zeugnis der Stadtgeschichte. Der 1942 nach Auftrag des Regierungsbaumeisters Ernst Nolte errichtete Hochbunker diente während des Zweiten Weltkriegs als Schutzraum für die Bevölkerung und bot zeitweise mehreren tausend Menschen Zuflucht. Nach Kriegsende wurde das Gebäude zunächst weiter bewohnt und später teilweise als Lager genutzt. Trotz seiner massiven Stahlbetonkonstruktion fügt sich der Bau mit seinem charakteristischen Tarndach und den Dachgauben erstaunlich selbstverständlich in die gründerzeitlich geprägte Nachbarschaft ein. Seit 1995 steht der Hochbunker unter Denkmalschutz.

Im Jahr 2006 wurde das Büro, damals noch unter dem Namen Jankowski Bürgener Architekten Stadtplaner, mit der Umnutzung des bislang ungenutzten Dachbereichs beauftragt. Ziel war es, neuen Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig den besonderen Charakter des denkmalgeschützten Bauwerks zu bewahren. Entstanden sind sechs großzügige Loftwohnungen mit Wohnflächen zwischen 150 und 210 Quadratmetern, teilweise als Maisonettewohnungen ausgebildet.

Prägendes Element des Entwurfs ist die vollständig verglaste Südseite. Großzügige Terrassen und Loggien gliedern die geneigte Gartenfassade und schaffen einen starken Bezug zum Außenraum. Die transparente Pfosten-Riegel-Konstruktion bildet dabei einen bewussten Kontrast zur massiven Stahlbetonstruktur des Bestands und verleiht dem Gebäude eine neue Leichtigkeit.

Erschlossen werden die Wohnungen über ein separates Treppenhaus, das durch einen gläsernen Aufzugsturm ergänzt wurde. Den Höhepunkt des Projekts bildet das gemeinschaftliche Sonnendeck auf dem Dach. Von hier eröffnen sich weite Ausblicke über die Kölner Stadtsilhouette bis hin zu den Landschaftsräumen des Bergischen Landes, des Siebengebirges und der Ville.

Das Projekt zeigt beispielhaft, wie denkmalgeschützte Bestandsgebäude durch behutsame Eingriffe und zeitgemäße Architektur neue Nutzungen aufnehmen können, ohne ihre historische Identität zu verlieren.

 

 

 

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Fotografie: © Sigurd Steinprinz, Düsseldorf