BuchHaus

BuchHaus

Denkmalgerechte Fassadensanierung in Köln Lindenthal

 
 
 

 

 

 

Auftraggebende: UBB

Ort: Aachener Straße / Moltkestraße, Köln

Fassadenfläche: 330 m²

Sanierungszeitraum: 2017

Das 1959 nach Plänen des Kölner Architekten Wilhelm Koep errichtete Haus Buch prägt mit seiner markanten Fassade seit Jahrzehnten das Stadtbild an der Aachener Straße. Als besonderes Merkmal gilt die sieben Geschosse hohe Mosaikfassade, deren geometrisches Muster aus kleinformatigem Feinsteinzeug das Gebäude zu einem unverwechselbaren Zeugnis der Nachkriegsmoderne macht. Aufgrund seiner architektonischen Bedeutung steht das Gebäude seit 1992 unter Denkmalschutz.

Im Jahr 2015 wurde die Fassade durch das Sturmtief „Niklas“ schwer beschädigt. Im Bereich des sechsten Obergeschosses löste sich ein Fassadenfeld und stürzte auf den öffentlichen Raum. Die Schadensereignisse machten eine umfassende Untersuchung und Sanierung der Gebäudehülle erforderlich.

Nach nahezu sechs Jahrzehnten Witterungseinflüssen, Verkehrserschütterungen und natürlichen Alterungsprozessen zeigten sich zahlreiche Schäden an der Fassade. Risse, Hohlstellen, Ablösungen sowie Korrosionsschäden an der Stahlbewehrung beeinträchtigten insbesondere jene Bereiche, in denen die tragende Betonstruktur unmittelbar hinter dem Mosaik verläuft. Eindringende Feuchtigkeit führte zusätzlich zu Frostschäden und Abplatzungen.

Grundlage der Sanierung war eine detaillierte Analyse des Bestands, bei der Tragfähigkeit, Zustand und Haftung des Putzuntergrunds untersucht wurden. Nach der Instandsetzung der geschädigten Bereiche wurde die Mosaikfassade behutsam gereinigt und restauriert. Ziel war es, die ursprüngliche Konstruktion und Materialität möglichst unverändert zu erhalten und gleichzeitig die langfristige Dauerhaftigkeit der Gebäudehülle sicherzustellen.

Das Sanierungskonzept folgte dem Grundsatz, den bauphysikalisch bewährten Fassadenaufbau zu erhalten. Wo erforderlich, wurden beschädigte Mosaikflächen zurückgebaut und mit originalgetreuem Material ergänzt. Die Beschaffung der passenden Mosaiksteine stellte dabei eine besondere Herausforderung dar. Da keine Unterlagen zu den ursprünglich verwendeten Materialien vorhanden waren, begann eine europaweite Suche nach einem gleichwertigen Produkt. Schließlich konnte das historische Feinsteinzeug bei einem Hersteller in Frankreich identifiziert und für die Restaurierung eingesetzt werden.

Auch die Neuverfugung erfolgte mit großer Sorgfalt. Anhand mehrerer Testflächen wurde ein Farbton entwickelt, der die neue Verfugung sensibel in die gewachsene Patina der Bestandsfassade integriert. So konnte die charakteristische Erscheinung des denkmalgeschützten Gebäudes bewahrt und zugleich für die kommenden Jahrzehnte gesichert werden.

Die Sanierung des Haus Buch zeigt beispielhaft, wie der behutsame Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz technische Erneuerung und den Erhalt architektonischer Identität miteinander verbinden kann.

 

 

➞ Download Projektbeschreibung

➞ zurück zur Projektübersicht